Der irische Sender RTÉ hat offiziell bestätigt, dass Irland nicht am Eurovision Song Contest 2027 teilnehmen wird. Zudem gab RTÉ bekannt, dass der Sender den Wettbewerb auch nicht übertragen wird.

RTÉ erklärte, seine Position habe sich im Vergleich zur Entscheidung des Vorjahres nicht geändert und begründete den Rückzug mit dem anhaltenden Verlust von Menschenleben und der humanitären Krise im Gazastreifen. Der Sender äußerte tiefe Besorgnis über die weiterhin verweigerte unabhängige Berichterstattung durch internationale Journalisten in Gaza, was die Entscheidung untermauert, sich während dieser Zeit von dem Wettbewerb zu distanzieren.

Diese Ankündigung folgt Irlands ähnlichem Rückzug vom Eurovision Song Contest 2026 in Wien, der seinerzeit mit der Teilnahme des israelischen öffentlich-rechtlichen Senders KAN verbunden war. Neben Irland zogen sich auch Länder wie Island, die Niederlande, Slowenien und Spanien vom Wettbewerb 2026 zurück.

Reaktion der European Broadcasting Union

Im Gegenzug zeigte Martin Green, Direktor des Eurovision Song Contests, Bedauern über die Entscheidung von RTÉ. Er hob die Rolle des Wettbewerbs hervor, der Sender und Künstler aus verschiedenen Ländern zusammenbringt, um Musik zu teilen und Verbindungen zwischen vielfältigen Zuschauern zu fördern. Green betonte, dass die EBU die Entscheidung von RTÉ respektiere und den Dialog fortsetzen werde, in der Hoffnung, Irland zukünftig wieder willkommen zu heißen.

Irlands Eurovision-Geschichte

Irland hält einen prestigeträchtigen Rekord in der Geschichte des Eurovision Song Contests: Zusammen mit Schweden ist Irland das Land mit den meisten Siegen (sieben). Diese Erfolge wurden vor allem in den 1980er und 1990er Jahren erzielt. Irland nimmt seit 1965 am Wettbewerb teil und war 58 Mal dabei. Seit Einführung der Halbfinale 2004 hat Irland sich neunmal für das große Finale qualifiziert, obwohl es in den Halbfinals 2019 und 2021 jeweils den letzten Platz belegte.